Plan da Mattun – Der erste Fund!

Nur selten hat man als Archäologe das Glück, schon in den ersten Tagen nach Grabungsbeginn was Spezielles zu finden. Aber manchmal…schon am zweiten Tag nach dem wir losgelegt haben ein toller Fund. Die Schicht wirkte unspektakulär, einzelne Holzkohlestückchen und kleine Fragmente verbrannter Tierknochen zeigten zwar an, dass es hier menschlichen Einfluss gab. Ansonsten war die Erde aber fundleer. Und Raphi und ich rechneten eigentlich auch erst in etwas grösserer Tiefe mit wichtigen Funden. Trotzdem wurde das gesamte Material zur Sicherheit gesiebt – und plötzlich tauchte im Sieb ein grösseres Keramikfragment auf! Wie sich bei genauerer Betrachtung zeigte, handelte es sich dabei sogar um ein verziertes Randfragment eines typischen Laugen-Melaun-Kruges. Dieses Gefäss wurde im Alpengebiet am Übergang der Bronzezeit zur Eisenzeit, also rund 800 Jahre vor Christus hergestellt. Eine genauere zeitliche Einordnung des Fundstückes wird möglich sein, dazu muss die Scherbe aber zuerst genauer untersucht und mit anderen bekannten Funden verglichen werden. Trotzdem können wir schon jetzt sagen, dass unter dem Felsblock auf 2’300 müM, den wir untersuchen, schon vor ca. 2’800 Jahren Leute sassen, die ihre Keramik-Töpfe hochgetragen haben! Ein toller Start in die diesjährige Grabung – und die Flasche Rotwein, die es traditionell als Preis für den ersten datierenden Fund gegeben hat, war auch sehr lecker! J

Daniel Möckli

Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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