Die härtesten Archäologen ihrer Zeit

Nach dem Vortrag der ETH-Projektmitarbeiter am Mittwochabend in Ftan (wieso gibt es eigentlich so wenig 3D Laserscanner auf Grabungen??) plus anschliessendem Bier im Palafitta geht es am Donnerstag Morgen wieder Richtung Plan da Mattun. Naja, zumindest halbwegs. Ein krankes Schaf blockiert die Strasse und bewegt sich nicht. Dann halt laufen. Im Zeltlager angekommen erstmals das neue, bereits leicht lädierte Sanitäts-Zelt aufstellen – was nützt eigentlich ein Zelt das bei Regen ständig abgebaut werden muss? – und dann endlich (eher gemütlich) zur Fundstelle in Plan da Mattun. Bereits nach kurzer Zeit die Sensation: gleich 2 Keramikstücke (spätbronzezeitlich?) und ein Silexstück (retuschiert, aber miserable Qualität). Bilder folgen! Dani gerät in Euphorie. Ich auch. Die hält noch ein bisschen – zumindest bis die Sonne weg ist. Dann wird es nämlich kalt, bitterkalt. Zum Glück gibt es warme Polenta und Fischstäbchen, ein Geburtstagswunsch von Lea. Und danach noch einen Geburtstagskuchen. Alle Kerzen sind leider schon wieder aus wenn wir damit bei Lea am Feuer ankommen (es windet zu stark), darum flüchten wir ins Materialzelt. Der Kuchen schmeckt trotzdem super. Mit Schlagsahne. Und Streusel. Mhm. Dann (die Temperatur ist mittlerweile – zumindest gefühlt – fast unter den Nullpunkt gefallen) ab in den mit heissen Pet-flaschen aufgewärmten Schlafsack.

Kalt wird es trotzdem,  vor allem am nächsten  Morgen: die Sonne lässt sich leider nicht blicken. In mehrere Schichten eingehüllt (Moni trägt ungefähr 10) geht´s dann trotzdem los mit der Arbeit, zumindest bis am Mittag, wenn es anfängt zu schneien. Zurückgezogen in den tiefsten Winkel des Abris L1 unterhält uns Dani mit „Lassiter, dem härtesten Mann seiner Zeit“ und Marcel imitiert das Erzählte. Eine kleine Kostprobe? „Dass er ein übler Zeitgenosse war, sah man ihm auf den ersten Blick gar nicht an. Er hatte ein ehrliches Gesicht und sanftmütige Augen. Wie man sich doch vom Äusserem (sic) täuschen lassen kann.“ Ist da unser Chef gemeint? Oder: „Dort hatte Martero sich auf den heissen Boden gesetzt und er starrte mit tränenden Augen auf die freie Fläche über der die Hitze flimmernd waberte.“ Schön wär´s.

raphael sele

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.