tag der offenen grabung, samstag 27. August 2011, im fimbertal

Die Abteilung Ur- und Frühgeschichte der Universität Zürich untersucht seit 2007 in einem breit angelegten, internationalen Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit verschiedensten Partnern das Silvrettagebirge zwischen dem Unterengadin, Tirol und Vorarlberg. Ausgehend von der prähistorischen Kulturlandschaft mit bronze- und eisenzeitlichen Dauersiedlungen im Talbereich (ca. 1500 m ü. M.) werden über mehrere Jahre hinweg die alpinen Hochweidezonen ab 2000 m ü. M. systematisch und durch alle Zeitepochen hindurch untersucht, um Hinweise auf saisonale Aktivitäten wie Jagd, Alpwirtschaft oder transalpinen Handel zu erarbeiten. Gleichzeitig versuchen verschiedene beteiligte Nachbarwissenschaftler aus der Schweiz, Deutschland und Österreich die holozäne Klima- und Vegetationsgeschichte dieser Region in Zusammenschau mit der menschlichen Besiedlungsdynamik zu rekonstruieren. Dabei wird immer mehr die hohe Anzahl und Qualität alpiner Denkmäler aus mittlerweile 11 Jahrtausenden deutlich – von Lagern steinzeitlicher Jagdgruppen über bronzezeitliche Lagerplätze bis zur derzeit ältesten Alphütte der Schweiz aus der Hallstattzeit im Fimbertal/Val Fenga. Durch ein bis 2013 laufendes, grenzüberschreitendes Projekt „Silvretta historica“ sollen die neuen wissenschaftlichen Ergebnisse zudem künftig durch attraktive touristische Angebote wie Mehrtagestouren den Gästen und Einheimischen der Region vermittelt werden. Das trinationale Projekt wird mit EU-Mitteln aus dem Interreg-IV-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ bzw. Leader-Mitteln der Regionalförderung Paznaun/Tirol sowie diversen öffentlichen und privaten Sponsoren und Partnern unterstützt.

Am Samstag, 27. August, besteht wiederum die Möglichkeit, die laufenden Ausgrabungen im Umfeld der Heidelberger Hütte zu besichtigen und direkt vor Ort Einblick in die bisherigen Forschungen zu erhalten.

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Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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