Das Survey-Team berichtet I

Sonntag, 21.08. – Die Karawane zieht weiter

Vom Madlener-Haus – unserer (Yolanda, Leandra, Martin, Christoph) ersten Station – ging es nach einem ausgiebigen Frühstück bei strahlendem Sonnenschein schnurstracks Richtung Bieltal. Wie sich herausstellte, waren wir nicht die einzigen. Einer Karawane gleich zogen wir inmitten einer Heerschar von Wanderern Tal einwärts. Anscheinend ist das Bieltal aber nicht nur ein spannendes Terrain für Archäologen, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für Bergfexe. Mehrere Abri-Situation und alpwirtschaftliche Strukturen konnten dokumentiert werden.

Montag, 22.08. – Hitzeschlacht

Unser nächstes Ziel: Zeinis.

Bei abermals herrlichstem Sommerwetter brachen wir auf. Schon der Aufstieg ins Skigebiet der Birkhahn-Bahn ließ erahnen welche Temperaturen im Verlauf des Tages auf uns zukommen würden. Die große Blockhalde unterhalb der Ballunspitze ließ unsere Archäologen-Herzen auf den ersten Blick höher schlagen (vgl. Plan da Mattun). Nachdem wir uns in der aufkommenden Mittagshitze quer durch die riesige Geröllhalde bergauf gekämpft hatten – dabei natürlich jeden nur irgendwie in Frage kommenden Block unter die Lupe nehmend – mussten wir leider unverrichteter Dinge abziehen. Wir entschlossen uns weiter Richtung Breiter Spitz zu gehen. Oberhalb der Inneren Kops Alpe wurden unsere Bemühungen dennoch wieder mit Erfolg gekrönt. Unser Feierabendbier (bzw. Martins Feierabend-Eis) hatten wir uns also doch noch redlich verdient.

Dienstag, 23.08. – Weidmanns Heil

Heute ist bereits unser letzter Tag im Madlener-Haus. Morgen gehts ab zu unseren Kollegen auf die Heidelberger-Hütte. Von dort aus werden wir aber auch wie bisher vornehmlich die Gebiete im Galtürer Gemeindegebiet in Angriff nehmen.

Die Sonne scheint – kein Wölkchen am Himmel! Wie sollte es auch anders sein? Also nichts wie auf ins Laraintal! Der frühe Morgen bescherte uns einen äußerst angenehmen – da noch schattigen – Aufstieg. Zuerst begleitete uns der Hirtenhund der äußeren Larain-Alpe noch ein Stück auf unserem Weg. Unsere Bemühungen ihn wieder nach Hause zu schicken scheiterten zuerst kläglich. Mit einem einschüchternden Blick schaffte es Martin schließlich doch – oder war es vielleicht unser erster, erfolgloser Sondageversuch, der ihn, ganz im Gegensatz zu uns, die Geduld verlieren ließ?! Das Umfeld der Jagdhütte am Weg zum Ritzenjoch erwies sich dann als wahre „Goldgrube“ (nur eben ohne Gold). Kurz nach uns erreichten zwei Jäger die Hütte. Einer der beiden Weidmänner musste sein neues Gewehr einschießen und feuerte zu diesem Zweck zahlreiche Kugeln quer über unser Untersuchungsgebiet auf eine kleine Zieltafel. Er bat uns doch besser hinter ihm in Deckung zu gehen. Dieser Bitte leisteten wir natürlich gerne Folge und so wurde unsere Mittagspause ungewollt etwas verlängert.

Für die morgige Murmeltierjagd wünschen wir jedenfalls viel Erfolg, denn auch heuer steht unser traditionelles Murmeltieressen zum Saisonfinale wieder ins Haus!

Abschließend möchten wir uns noch beim Team vom Madlener-Haus für die feine Unterkunft und bei Herrn Lorenz von der Bergbahnen Galtür für die Fahrgenehmigung ins Skigebiet bedanken!

Christoph Walser

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Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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