während die silvretta im winterlichen tiefschlaf/schnee versinkt und von skifahrern erobert wird, laufen die arbeiten unseres archäologischen forschungsprojektes auf verschiedenen ebenen weiter. hier ein kleiner zwischenbericht zu den letzten wochen: bereits im herbst hat sich die projektgruppe unseres teilprojektes „climate change in the alps“ mit den doktoranden, studierenden und vertretern aus innsbruck und zürich an der uni bamberg getroffen, um die forschungen und ergebnisse von 2011 sowie das weitere vorgehen zu diskutieren. die ersten einblicke in 10 000 jahre klima- und siedlungsdynamik in der silvretta sind sehr vielversprechend und werden im april in chur bei einem erneuten treffen vertieft. die projektteile werden laufend auch auf wissenschaftlichen tagungen sowie in ersten publikationen verbreitet, so zuletzt an der feldforschungsbilanz 2011 in hall in tirol. vorgestellt wurde hier auch das neue projekt „ice patches“, das von l. naef als masterarbeit an der uni zürich weiter bearbeitet und auf ein grösseres untersuchungsgebiet ausgedehnt wird.  y. alther schreibt ebenfalls an der uni zürich ihre ba-abschlussarbeit zu einem trad. alpwirtschafts/transhumanzsystem (calecc) im veltlin, d. möckli bearbeitet das traditionelle alpgerät aus unserem untersuchungsgebiet – beides sehr wertvolle beiträge für das projekt und wichtige diskussionsgrundlagen für die prähistorischen befunde. in bearbeitung sind auch die 2011 entnommenen bodenproben durch k. kothieringer bzw. i. unkel.

noch ausständig sind die 14c-datierungen der grabungen bzw. neu entdeckten fundstellen vom sommer 2011. auf diese daten aufbauend werden wir unsere mittlerweile 6. feldkampagne im sommer 2012 koordinieren – sie wird in den ersten beiden augustwochen stattfinden und sich auf 2 noch nicht gänzlich abgeschlossene befunde im val urschai sowie auf die neu entdeckten bzw. noch unbekannte gebiete konzentrieren. chr. walser hat die umfangreiche fundstellen/bildatenbank inkl. kartierung in google earth realisiert und strukturiert, sodass wir jetzt einen sehr präzisen überblick über die knapp 200 seit 2007 im gelände dokumentierten fundorte in der silvretta haben. i. zingmann, unser mann in konstanz, treibt schliesslich ein wegweisendes projekt auf dem gebiet der fernerkundung voran: ziel ist hier die teilautomatisierte detektion archäologischer fundstellen auf basis hochauflösender satellitendaten. ein eigenes, derartiges sat-foto besitzen wir seit herbst für unser untersuchungsgebiet, auch dieser projektteil verläuft also sehr zufriedenstellend und konnte an einem workshop unter der leitung von k. lambers ende oktober an der univ. konstanz präsentiert werden.

und schliesslich schreitet auch das interreg-kern-projekt silvretta historica voran – zuletzt hat sich im dez. 2011 im tief verschneiten sargans die contentgruppe aus wissenschaft und tourismus getroffen, um die anstehenden arbeiten für die geplanten tourismusangebote, administratives sowie die für herbst 2012 vorgesehene tagung „silvretta historica“ abzustimmen. dazu gibt es im februar detaillierte informationen.

weitere silvretta-ausblicke auf 2012: in kürze wird unsere publikation „letzte jäger, erste hirten – hochalpine archäologie in der silvretta“ in 3., aktualisierter und erweiterter auflage erscheinen. die dazu passende sonderausstellung, die bereits 2010/11 in ardez bzw. galtür zu sehen war, wird ende august im rätischen museum in chur eröffnet.

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Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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