wir sind wieder los… silvrettafinale 2012

seit samstag 28.7. sind wir mit einem kleineren team zurück in der silvretta – vieles ist vertraut hier, ist es doch die bereits 6. (!) und nun wirklich abschliessende kampagne, seit dem wir im sommer 2007 erstmals das gebiet kennengelernt haben. als basis dient uns wiederum das haus wachter in ardez, von wo aus wir die verschiedenen arbeiten im unterengadin bzw. der silvretta durchführen – im vordergrund der archäologischen arbeiten steht der abschluss von zwei grabungsschnitten im val urschai. einerseits wollen wir am grossen felsblock L1 am plan da mattun den seit 2009 geöffneten schnitt beenden – mit nutzungsnachweise über mehrere jahrtausende bis in die gegenwart – mit einem ersten spektakulären neolithischen pfeilspitzenfund! zudem untersuchen wir oberhalb der alp urschai unter einem grossen felsdach eine fundstelle weiter, die wir im vergangenen jahr erstmals entdeckt haben. feuerstellen und pfeilspitzen aus feuerstein datieren ins endneolithikum zwischen 2700 und 2200 v. chr. das besondere ist, dass wir hier auch keramikfragmente bergen konnten – ein schlüsselbefund also für die frage, seit wann in diesem gebiet neben jägern vielleicht auch erstmals hirten ihr weidevieh hier heroben sömmerten. es bleibt spannend.

mit dabei sind dieser tage auch kollegen der uni bamberg um prof. karsten lambers, mittlerweile ebenfalls langjähriger projektpartner, sowohl im rahmen des interreg-projekts als auch im climate-change-in-the-alps-projektes. zwei kleinteams unter der leitung von christoph walser bzw. katja kothieringer führen dabei einerseits die archäologische prospektion in den letzten noch verbliebenen „weissen flecken“ durch bzw. arbeiten an der fortsetzung eines bodenkundlichen transektes zwischen ischgl – fimba – urschai – tasna – ardez. schliesslich begleiten uns seit anfang der woche auch prof. ingmar unkel aus kiel bzw. dr. bertil mächtle aus heidelberg, die zusammen mit prof. jean nicolas haas und benjamin dietre gestern mittwoch im val urschai ein tiefgründiges moor aufwändig beprobt haben für weiterführende untersuchungen zur klima- bzw. vegetationsgeschichte. das wetter ist weiterhin sommerlich und wir hoffen, die arbeiten zu einem guten abschluss bringen zu können.

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Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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