Geschichte(n) aus dem Boden – Archäologische Streifzüge durchs Oberengadin – 4.12.2012

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, seit mit der sensationellen Entdeckung der Gletscherleiche «Ötzi» 1991 eine neue Ära der alpinen Archäologie eingeläutet wurde. Der Erkenntnisgewinn aus den seither realisierten, oft stark interdisziplinär ausgerichteten Projekten und Untersuchungen ist beachtlich, und hat das Bild der frühen Alpenbesiedlung auch für Graubünden in vielem revidiert. Dennoch gibt es eine Reihe grundlegender Fragestellungen kultur- und umweltgeschichtlicher Art, die weiterhin unbeantwortet sind, sowie ganze Regionen wie das Oberengadin, in denen der archäologische Forschungsstand bislang immer noch unzureichend ist. Eine Reihe von Fundstellen insbesondere aus der Bronze- und Eisenzeit illustriert hier die grossräumige Durchdringung der Alpen und die intensive Verflechtung der heimischen Gebirgstäler im interregionalen Güter- und Informationsaustausch. Vegetationsgeschichtliche Untersuchungen erzählen vom langsamen Werden einer Landschaft seit dem Ende der letzten Eiszeit und verdeutlichen den starken menschlichen Einfluss über die letzten Jahrtausende. Der Vortrag gibt Einblick in die archäologischen Entdeckungen der letzten 100 Jahre, von Steinzeitjägern im Val Forno über die mittelbronzezeitliche Quellfassung in St. Moritz bis zu urgeschichtlichen Bergknappen.

Vortrag von Dr. Thomas Reitmaier, auf Einladung der Engadiner Naturforschenden Gesellschaft.

Dienstag, 4. Dezember 2012
20:00 Uhr
Auditorium der Academia Engiadina, Samedan

SESN+Archäologie+4.12.12

Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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