ein mehrtausendjähriger FINGERABDRUCK?!

ein auf den ersten blick eher unscheinbares, aber hochinteressantes fundobjekt aus der silvretta konnte vor kurzem bei der bearbeitung genauer untersucht werden. es handelt sich um ein nur rund 2.5 cm langes, amorphes, sehr leichtes und dunkles gebilde, das bei den ausgrabungen unter dem im neolithikum (5.-3. jahrtausend v. chr.) genutzten abri urschai (val urschai) im sommer 2012 geborgen wurde. mit grosser wahrscheinlichkeit ist der fund als fragmentiertes stück birkenpech  zu identifzieren – ein destillat aus der baumrinde der birke, das in der urgeschichte als vielseitiger und sehr effizienter allzweckkleber eingesetzt wurde. möglich ist demnach, dass vor ort auf über 2000 m am feuer waffen und werkzeuge repariert oder neu geschäftet wurden – mehrere pfeilspitzen und zerbrochene feuersteingeräte, die aus den jungsteinzeitlichen feuerstellen geborgen wurden, sprechen jedenfalls dafür.

doch damit nicht genug – potzblitz! ein genauer blick auf das objekt offenbart zudem, dass auf der ursprünglich äusserst klebrigen masse ein fingerabdruck über mehrere tausend jahre erhalten geblieben ist! weitere analysen an diesem aufregenden fund werden folgen…

birkenpechfragment_urschai_abdruck

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Über silvretta historica

Ein interdisziplinäres und archäologisches Forschungsprojekt des Archäologischen Dienstes Graubünden sowie der Universität Zürich im Silvrettagebirge zur prähistorischen Besiedlungsgeschichte der Alpen, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland.
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